Entscheidungen

„Geist: In Lebensfluten, im Tatensturm. Wall ich auf und ab. Webe hin und her! Geburt und Grab, ein ewiges Meer. Ein wechselnd Weben. Ein glühend Leben. So schaff ich am sausenden Webstuhl der Zeit und wirke der Gottheit lebendiges Kleid“ (Johann Wolfgang Goethe; Faust, der Trägodie erster Teil)

Wenn ich die Augen schließe, taucht der Mond aus der Versenkung auf. Wie eine Verheißung. Schon leuchtet aus der Dunkelheit eine berauschende Stille. Wie ein Beben durchschüttelt sie mich. Eine Stille, die also nicht schweigt. Sie spricht in 1.000 Sprachen. Nicht alle verstehe ich. Am wenigsten die, mit den vielen Buchstaben. Für den Moment tauche ich ein. Sitze auf des Mondes Scheibe. Suche nicht. Nehme bloß wahr. Und das Licht in mir auf. Kann nicht denken. Nicht mal klar sehen. Wozu auch? Die Wahrheit ergründet sich im Schlaf. Mit anderen Worten: Es gibt sie nicht. Was dem einen recht ist, ist dem anderen billig. Und dazwischen liegt der Sinn verborgen. Wenn ich die Augen schließe, taucht der Mond aus der Versenkung auf. Wie eine Verheißung. Schon leuchtet aus der Dunkelheit eine berauschende Stille. Wie ein Beben durchschüttelt sie mich. Eine Stille, die also nicht schweigt. Sie spricht in 1.000 Sprachen. Nicht alle verstehe ich. Am wenigsten die, mit den vielen Buchstaben.

Fragend schaue ich herab zur Erde. Mir fehlen Antworten. Komisch nur, es gibt auch keine passenden Fragen. Wie also eine Entscheidung treffen? Manchmal habe ich Angst, herunterzufallen. Obwohl die andere Seite diese Angst nicht spürt. Ich hüpfe auf und ab. So vertreibe ich sie. Aus meiner Kehle dringt ein Lachen – hell und klar. Könnte ein Kinderlachen sein. Ich bin also hier auf dem Mond. Zusammen mit den Sternen schaue ich zur dir hinab. Du bist das Lebendige; das Handeln auf der Erde. Und ich deine Seele. Wir zwei sind eins für eine Weile. Bis das der Tod uns scheidet. Für mich beginnt dann eine neue Reise; aber das kennst du ja sicher schon: So oft bist du mit mir zusammen auferstanden. So oft hat sich der Mond gedreht. Ist der Sonne entgegen gelaufen; ohne sie jemals einzuholen. Jetzt lebst du. Jetzt. Ist eine klar definierte Periode. Also entscheide dich. Bin so tief hier hinauf geschwommen, dass es wohl dauern wird, bis ich zurück zur Erde fliegen kann. Diesmal wird’s dauern. Bin traurig hier oben auf dem Mond. So ganz ohne dich. Umringt von grenzenloser Schönheit. Ich wünschte, du könntest sie sehen. Fühlen. Schmecken. Darauf hüpfen, so wie ich. Kindlich nennt man mich. Ach, auch egal. Ich bin das ewige Kind. Die ewige Jugend. Bloß körperlos. Wild und frei. Ich tanze auf einer Scheibe. Schau, sie wird von der Sonne beschienen. Siehst du, jetzt hast du auch dein Ziel erreicht. Bist wieder bei mir auf dem Silbertablet angekommen. Ganz langsam wirst du bald schon zurückgleiten. Zurück vom Mond ins Leben. Es braucht die Zeit, um sich zu entscheiden. Und Stille, um sich neu zu definieren.

Das Denken kannst du vollends vergessen. Du sitzt neben Goethe. Er führt deine Hand. Schreibt betörende Melodien. Nicht nur für dich und deine Ohren. Schön ist’s, nicht wahr. Eine Wonne, rein geistiger Natur. Und von einer anderen Welt als deiner. Rein und pur ist das diamentene Sein. Tanzt in der Ewigkeit. Dein Herz, geöffnet. Bildet ein Fenster für die Lebendigkeit, die dich durchdringt. Freude. Liebe. Klarheit. Alles zeigt sich auf dieser einzigartig drehenden Scheibe. Ja, er, der Mond, hat dich tief berührt. Wie der Kuss einer Rose. So sanft. Ein Lächeln, mitten in die Dunkelheit hinein; hat es ein Licht angeknipst. Er wollte erst nicht. Hatte Angst, du könntest ihn abweisen. Zaghaft schlägt eben ein liebend Herz. Und erwacht aus dem Tiefschlaf eines langen Traumes. Sei du selbst, hat er zu dir gesagt; und recht damit. Sei du selbst. Du bist Leben. Liebe. Und das pure Sein. Also entscheide dich. Und beschütze mich. Denn ich bin dein unsterbliches Wesen. Erkennst du mich denn noch immer nicht? Ich tanze, lache und lebe zwischen den Zeilen. Ein anderes Dasein habe ich nicht. Ich bin ich. Und kann nichts Anderes sein.

Also, wie entscheidest du dich?!





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