Dahinter

Wie am Tag, der dich der Welt verliehen / Die Sonne stand zum Gruße der Planeten / Bist alsobald und fort und fort gediehen / Nach dem Gesetz, wonach du angetreten. So mußt du sein, dir kannst du nicht entfliehen, so sagten schon Sibyllen, so Propheten; Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt / Geprägte Form, die lebend sich entwickelt“ (Johann Wolfgang von Goethe Theoretische Schriften. Urworte.)

Was steckt dahinter? Wer atmet mich? Was treibt mich voran? Ein strahlendes Wesen voller Licht, Liebe und Glückseligkeit? Höher und weiter und so viel tiefer, als das Ich, das mich bislang defnierte?

Keine Worte vermögen zu beschreiben, was diese Leere ist. So undefinierbar ist das Nichts, das doch alles ist, oder? Ruhe. Frieden. Und Stille, in der alle Fragen und Antworten zu finden sind. Ein wahrnehmendes Auge, das nur schaut und nicht bewertet. Es erblickt die Schönheit dahinter. Jenen Ort, weit über das Sichtbare hinaus, nicht wahr? So könnte man meinen.

Und das Wesen bin ich. Und doch nicht, könnte man sagen. Es ist alles. Aber vor allen Dingen voller Lebendigkeit. Und einer Klarheit, die ich nicht kenne. In einer Welt ohne Konventionen. Die engen Grenzen des Verstandes aufgehoben. Eine lächelnde Präsenz an einem Ort, der sich hinter allem befindet und sich doch darüber hinaus erstreckt und alles verbindet.

An diesem Platz werde ich gehalten; finde zur Stille. In mir?! Und sehe mit wachendem Auge. Ohne Worte zu haben, die diesen Sitz beschreiben könnten. Er offenbart sich im Gefühl – rein und präsent. Wie das Sonnenlicht, das bei Tage wärmt. Und des Nachts den Mond anknipst. Während das Lächeln der Sterne vom Horizont hernieder rieselt, wie feinster Staub und die rennenden Gedanken zur Ruh kitzelt.

Ein Lachen erschallt am Firnament. Das Wesen ist überall zu spüren. Mit bloßem Auge jedoch nicht zu sehen. Die bleiben geschlossen. So lässt sich das Wesentliche besser erkennen; wachsam und mit bedacht. Grenzen gibt es keine mehr. Denn wer bedingungslos liebt, hat den Weg nach Hause gefunden. Und ist an dem Ort, wo das pure Sein ohne Geburt und Tod einfach existiert.

In diesem Zustand wächst der Mensch über sich selbst hinaus. Und erfährt die Unvergänglichkeit des ewigen Lebens: Endlos erstrahlende Glückseligkeit. Dahinter. Und weit darüber hinaus. Oder? Möglich wär’s! Nicht wahr.

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