Was, wenn …

Was, wenn…?

Damit verbundene Fragen kreisen auch in meinem Kopf. Ich mag sie nicht zu Ende denken.
Ich kann es selbst auch noch immer nicht begreifen. Vor vier Wochen…!

Vor vier Wochen, da war noch … Normalität. Oder zumindest das, was jeder Einzelne von uns dafür gehalten hat. Und jetzt? Jetzt findet Leben in vier Wänden statt. Und die fühlen sich zeitweise an wie ein Schuhkarton. „Normal“ waren Umarmungen, Küsschen und enges Beisammensein. Jetzt nennt sich das social distancing. Es klingt für mich wie eine Modeerscheinung der Generation Y. Und in mir schwankt es, wie auf einem Schiff auf hoher See bei Sturm, hin und her. Zwischen … ja was? Kopf schütteln, Unvermeidlichkeit, Unglauben einerseits. Und Hoffnung, Zuversicht, Akzeptanz auf der anderen Seite.

Jetzt beginnt das Ausrichten auf einem Wellengang. Und wir alle mittendrin. Wohin die Reise geht? Ich weiß es nicht. Bis vor vier Wochen konnte ich, konnte jeder, das noch in seinem/ihrem Ermessen bestimmen. Irgendwie zumindest. Und jetzt? Kein Land in Sicht. Grenzen dicht. Und wir trotzen dennoch dem Sturm im Wissen darum, dass nicht für jeden ein Platz auf einem Rettungsboot vorhanden sein wird. Und da ist sie wieder, die Frage, die zu Anfang stand: Was, wenn…?
Wenn die „Normalität“ nach dem Sturm eine andere ist, genau wie der Seegang.

Ja, es macht auch mich gelegentlicht ein bisschen verrückt. Zumindest in jenen Momenten, in denen ich vergesse, den Cut zu setzen. Anfangs war da Starre, wo jetzt langsam etwas Platz nimmt, dass ich nicht benennen kann. Denn mehr als jemals zuvor bekommt das Hier und Jetzt einen Stellenwert für mich. Das Gestern ist vergangen. Wurde genommen. Ausgetauscht. Abgeschafft …! Das Morgen ist mehr denn je ein Nebelstreif vor dem Horizont. Nicht fass-, nicht greifbar. Ja, nicht mal zu sehen. Es hüllt sich in Grau. Im Grunde keine neue Erkenntnis!

Und dennoch: Was, wenn…? Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht!

Blindes Vertrauen als Kompass? Schritt für Schritt weitergehen? Loslassen und glauben? Das Beste hoffen? Und aus der Liebe die Kraft schöpfen, um weiterzumachen in einem Sturm, auf den wir nicht vorbereitet sind … waren. Es niemals sein werden. Denn unser Leben ist aus den Fugen geraten. Mehr – oder vielleicht doch auch Weniger – als jemals zuvor.

Und mehr als jemals zuvor denke ich: Wir schaffen das. Irgendwie. Weil wir alle diese eine Kraft in uns tragen, die uns am Leben hält. Tag für Tag. Immer dann, wenn wir es fühlen, denken oder sagen: ICH LIEBE DICH.

4 Kommentare zu „Was, wenn …

  1. Ja, wir schaffen das, wechseln für eine Zeit vom Akteur auf der Bühne zum Zuschauer. Staunen, zittern zagen, freuen uns an kleinen Lichtblicken der Hoffnung auf ein gutes Ende … und applaudieren zum Schluss. Zutiefst berührt, von dem was uns unter die Haut ging, beeindruckt von der Kraft, der Hoffnung und der Solidarität, die wir mit ins Leben nehmen.
    Liebste Grüße Heidi

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    1. Ja, das ist es vielleicht, was uns ausmacht. Was den Menschen zum Menschen macht: Kraft, Hoffnung, Solidarität … Liebste Grüße zurück, Steffi

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  2. Fragen stellen und Gedanken macht sich wohl ziemlich jeder zurzeit…hoffen wir das Beste und sind zuversichtlich.
    Liebe Grüße Ariana 🙂

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    1. Ja, es sind viele Fragen … viele Gedanken.
      Du hast Recht, mehr können wir nicht tun, als das Beste hoffen und zuversichtlich sein/bleiben. Liebste Grüße zurück Steffi 🙂

      Gefällt 1 Person

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